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Waldtage
Jeden Dienstag vormittag verbringen wir mit den Kindern im Wald.
Bedeutung für die kindliche Entwicklung: Das Projekt "Waldtage"
wirkt der sinnesarmen und naturfernen Umgebung, in der Kinder
zunehmend aufwachsen, entgegen. Das Projekt trägt damit zur
Prävention von Krankheiten, die durch Bewegungsmangel ausgelöst
werden, bei. Im Wald wirkt sich die vermehrte grobmotorische
Bewegung der Kinder in der Natur deutlich positiv auf die
Körpersicherheit und eine differenziertere Körperwahrnehmung
aus, was wegen einer differenzierten Eigenwahrnehmung auch
gleichzeitig die Sprachentwicklung der Kinder fördert. Intensive
Naturbeobachtungen fordern ebenso einen kreativen Sprachgebrauch
heraus. Die viele freie Bewegung im Kindergartenalter schafft
die Voraussetzung für eine stabile psychische Entwicklung, in
der sich Aggressionen im Körper erst gar nicht anstauen.
Das offene Angebot an Naturmaterialien, die im Wald in Fülle
allen Kindern zur Verfügung stehen, fordert zum fantasievollen
Umgang mit Spielmaterial heraus und wirkt dem Konsumdenken von
Kindern entgegen. Die eigenen Fantasien sind gefragt und nicht
die vorgefertigten Figuren aus dem Fernsehen. Schöne
Spielerlebnisse sind nicht an Konsumgüter gebunden, damit
unterstützt das Projekt auch die Suchtprävention. Im
weitesten Sinne bereitet das Projekt auch auf die Schule vor,
wenn nicht die Wissensvermittlung an erster Stelle steht,
sondern das Wecken der Neugier und Interesse für den Lebensraum
Wald, mit seiner Vielfalt an Lebewesen und seinen
Wachstumsprozessen. Untersuchen, Forschen, Fragen und
selbständiges Antworten-Finden fördern kreatives Lernen. Aus
umweltpädagogischer Sicht schafft das unmittelbare Erleben der
Natur eine grundlegende Voraussetzung für die Bereitschaft zu
umweltgerechten Bewusstsein und Verhalten bereits im
Kleinkindalter. Das Erleben im Wald, das eigenständige Entdecken
und Begreifen kann didaktische Materialien und trockene Theorie
ersetzen, und Kinder können eine liebevolle Beziehung zur Natur
entwickeln. Im Wald erleben Kinder:
-
einen Raum ohne Tür und Wände, den Kinder gerne mit
Bewegungs- und Abenteuerlust für sich entdecken
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ihren Körper mit allen Sinnen: sie fühlen, sehen, hören,
riechen, schmecken eine natürliche Umgebung ; über das
eigenständige Erleben speichern sie wertvolle lebenslange
Erfahrungen
-
die vier Jahreszeiten Frühling, Sommer, Herbst und Winter
mit ihren sinnlichen Angeboten in ihrer Vielfalt,
Ursprünglichkeit und Buntheit
-
die Stille, die sich in den Stimmen der Natur offenbart - in
Wind, im Plätschern eines Baches, im Lied eines Vogels usw.
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die Elemente Feuer, Wasser, Luft und Erde in ihrer
Lebendigkeit und Kraft: die Erde unter ihren Füßen, die sie
trägt; die Sonne auf ihrer Haut, die sie wärmt; den Wind,
der um ihre Nasen weht; den Regen, der in ihre Gesichter
tropft
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Bewegungsfreude und ein intensives Körpergefühl beim
Klettern, Springen, Schleichen, Laufen über Stock und Stein
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die viele frische Luft, die ihre Atmungsorgane und das
Immunsystem stärkt
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wie spannend gemeinsam erlebte Abenteuer sind: die gemeinsam
gebaute Bärenfalle, die miteinander gestürmte Baumwurzel
bereichern das soziale und emotionale Miteinander und
betonen den Wert jeden einzelnen Kindes
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die Freude am Erfinden von Geschichten, Märchen und
Rollenspielen, die ihre Fantasie und Kreativität anregen; da
begegnen ihnen im fantasievollen Spiel märchenhafte
Gestalten, wie Zwerge, Hexen, Räuber und der Wolf im tiefen
dunklen Wald; die emotionale Entwicklung jedes Kindes wird
gestärkt, Angstgefühle werden selbständig bearbeitet
-
Freiräume, die ihnen die Umwelt sonst kaum mehr bietet;
Kinder dürfen im Wald vieles anfassen und untersuchen, sie
entdecken, erforschen und begreifen lebendiges Material, in
wahrsten Sinne des Wortes
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Tiere und Pflanzen, die miteinander eine Lebensgemeinschaft
bilden; sie entdecken Spuren und Behausungen von Tieren; sie
lernen heimische Bäume und Pflanzen kennen und benennen; sie
erleben das Ökosystem Wald aus erster Hand; ein erster
wichtiger Schritt, ein Umweltbewusstsein schon im
Kleinkindalter zu wecken
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